/me

2002-11-20 22:41:21 (UTC)

unterschiedliche qualitäten des leidens

was ich noch sagen wollte *labert* ich leide nicht unter
meinem deprikram, also nicht so, wie es erwartet wird. da
stellt sich doch wieder die frage, ob ich mitbekomme, das
es mir (für fremde augen) offensichtlich schlecht gehen
muß. weiter frage ich mich, wieso ZUM TEUFEL *schreit* ich
davon NICHTS MERKE? oder ist es korinthenkackerei das ich
nicht _unter_ depressionen leide sondern eine depression
_habe_ (im moment freilich nicht, im moment bin ich viel zu
WÜTEND um depressiv sein zu können). ganz so, wie man
kopfschmerzen habe kann oder unter kopfschmerzen leiden
kann, je nach stärke und dauer bzw. danach bemessen, wie
groß der verlust ist, den man durch dieses gebrechen
er_leidet_.ich habe meine sozialen kontakte und den ganzen
scheiß drumherum soweit eingeschränkt und das geht so lange
zeit, daß ich mittlerweile nicht mehr darunter leide, ich
vermisse nichts.
ich meine, stell du, mein leser, dir vor, sehr viele
menschen sagten dir, du seiest hungrig und du spürst aber
keinen hunger. wie würdest du dich fühlen wenn es nur ein
appetit ist aber kein hunger? ich leide ja auch nicht
daran, sterben zu wollen, respektive suizidal zu sein,
nein, ich leide darunter, mich nicht getötet zu haben und
mich derzeit nicht töten zu können. das ist doch ein
unterschied, oder etwa nicht?
worunter ich ganz sicher leide, und es ist wirkliches
LEIDEN, ist der verlust meiner kreativität. da ist
irgendwas versiegt. dazu kommen wortfindungstörungen. ich
schreibe einen satz und mittendrin fällt mir das wort nicht
ein, welches dem ganzen satz überhaupt seinen sinn, seine
aussage gibt. darunter LEIDE ich.