/me

2002-10-04 10:33:30 (UTC)

weiter AU, vergiftetes gewissen

wollte zu psydoc, der war nicht da und wurde von einem
kollegen vetreten. ich habe mir weiter 10 tage AU ERBETEN.
und ich weiß, das das nicht rechtens ist. ich kann es vor
mir kaum rechtfertigen, und das ist das schlimmste. ich
hätte auf arbeit anrufen können und mir den einen tag, an
dem ich therapie habe, als freien tag erbitten können. dazu
bin ich zu feige. der gedanke, das andere sich so mies
verhalten wie ich, tröstet mich nicht weil ich diesen
anderen genau das verhalten übelnehme. nicht, das ich
vollständig frei von macken wäre...

gestern dachte ich, ich könne wieder zur arbeit gehen, doch
ein paar minuten später erschlug mich dieses fühlen, angst,
oder was weiß ich, und ich war mir sicher, nicht arbeiten
zu können.
nun, ich weiß, daß ich einen anderen job brauche und ich
weiß, das ich , wenn man es häßlich ausdrücken wollte, mich
hinter psydocs gelben scheinen verstecke. mein gewissen
wäre weniger vergiftet, wenn ich in der zeit die
krankgeschrieben bin, jeden tag irgendwas therapeutischen
machen könnte. ambulant ist das aber nicht möglich.

ein widerliches „Reiß dich zusammen!“ geht mir durch den
kopf. was mir fehlt, ist die fähigkeit, mich guten gewissen
hängenzulassen. andererseits weiß ich nicht, wie ich mit
mir umgehen soll damit es normal ist. solange irgendwas
tun, also arbeiten, bis ich umfalle bzw. irgendwem etwas
antue? oder solange zu hause bleiben bis diese gefahr
völlig gebannt ist?
etwas ablenkung würde mir sicherlich gut tun, die frage
ist, welche art der ablenkung das sein soll. körperliche
arbeit, eine tätigkeit ohne menschen. sehe ich dachdecker,
überlege ich, ob das dach wohl hoch genug für einen sprung
ist, sehe ich gleise, überlege ich, wie es wohl wäre, sich
von den rasender eisenrädern zerreißen zu lassen.

ich wünschte, ich könnte mein verhalten vor mir glaubhaft
entschuldigen oder erkennen, ob das, was ich tue, sinnvoll
ist.


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