/me

2002-09-23 07:42:26 (UTC)

AU verlängern?

ich suche nach etwas, das als begründung zur
verlängerung der arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
hinreichend ist. kann das, diese suche , bereits als indiz
dafür gelten, daß ich noch nicht wieder arbeitsfähig bin?
daß etwas in mir mir sagen will, ich solle zu hause
bleiben, und der innere richter nach einer möglichst
dramatischen begründung dafür verlangt?
nochmal , etwas sagt : bleib zu hause, du bist noch
nicht wieder in der lage, dich mit den dingen
auseinanderzusetzen die dich so geängstigt haben, das du
der arbeit fern bleiben mußtest. die andere „institution“
fragt : mit welcher begründung? und ich kann keine klare
antwort geben. zumal entwickle ich ein schlechtes gewissen,
weil die mitarbeiter derart in der bredouille sitzen und
die dienste nur unter großen mühen abgedeckt bekommen. darf
ich mir gestatten, solange der arbeit fern zu bleben bis
ich mit hundertprozentig fit fühle?
die klinik-th sagte, ich würde versuchen, meine
macken „runterzuspielen um noch einigermaßen gut
dazustehen“ ich halte mich , was das ausmaß meiner macken
angeht, für einen gnadenlos übertreibenden schauspieler.
ätzend. ich drehe mich im kreis, dieselben fragen wie
vor jahren und dieselbe unfähigkeit zur antwort. hin- und
hergerissen zwischen dem anspruch, nicht so weich zu sein,
fit zu sein und hart zu sein und dem, was ich empfinde, was
gleichwohl nicht mehr als ein dumpfes unwohlsein ist,
nichts, das ich begründen könnte mit stichhaltigen
verletzungen oder offenkundigen ausfällen. ich bin nicht
mal in der lage, ein wort zu finden um die dinge zu
bezeichenen. widerwille? angst? unruhe? widerwille und
unruhe. zwei gefunden. angst. hm, darf man der nachgeben,
jedesmal? darf man das ? nein? und wenn’s schief geht? was
wird sein, wenn die dünne patina aus selbstbeherrschung mal
nicht ausreicht? wird es dann nicht heißen, ich hätte
vorher die bremse ziehen müssen? ( und es fühlt sich so an,
als würde sie nicht ausreichen, doch wie verläßlich sind
gefühle als warnende indikatoren?

aufgedröselt:
ich will nicht zur arbeit gehen weil die auslöser
der angst und der AU sich weiterhin dort befinden und weil
ich dem indikator „angst“ vielleicht doch trauen sollte.
mein gewissen sagt, ich soll zur arbeit gehen weil dort
notstand herrscht. andererseits kommen die auch im notstand
zurecht und ich bin nicht so wichtig wie ich ich’s
vielleicht gern sein will. ich fühle mich nicht fit genug,
der gedanke an das haus erschreckt mich, ich sehe mich den
anforderungen nicht gewachsen.
ich wünschte, irgendwer vertrauenswürdiges würde meinen
schädel röntgen und mir sagen, was los ist, wann das
aufhört so verwirrend zu sein und ob ich mich ernst nehmen
soll bzw. kann, ob ich echt bin und die wahrheit sage oder
nur eine schmierenkomödie ( -tragödie??) abliefere, ob ich
mich selbst und alle anderen betrüge oder nicht, warum ich
mir immer solche gedanken mache, ob andere das auch haben
und ob meine macken vorerst im vordergrund stehen sollen
oder oder das „normale leben“ . wo fange ich am besten an?
was ist wichtiger? ich? die anderen? beides gleich wichtig?
und wieso labere ich soviel gequirlte scheiße?
tatsächlich habe ich angst, ich lächerlich zu machen
wenn ich psydoc wieder darum bitte, die AU zu
verlängern.wenn das „unwohlsein“ konstant wäre, wäre es
leichter für mich, die lage einzuschätzen.

theatralischer traum
Mein Herz, einst Motor des Lebens, treibt nun den Tod
durch meine Adern, das Gift wird zu meiner Erlösung. Viel
zu lange habe ich gewartet, viel zu oft mich falscher
Hoffnung hingegeben. Der Mensch wird einfach nicht klug.
Zusammen mit dem Blut wird die Vernichtung in jede Zelle
geschwemmt. Ich kann der Erfüllung meines urältesten
Wunsches beiwohnen, seine Erfüllung spüren. Es ist kalt, wo
das Leben den Körper verläßt.
Es ist kalt zwischen den Sternen und gleichzeitig, deshalb,
ist die Sicht ungetrübt, der Weg klar gezeichnet. Keine
Abweichung, nur Stille und samtene Schwärze.