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2002-08-25 17:13:28 (UTC)

gesprächsmitschnitt von vs.


meine worte :
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


wie halte ich es? gute frage. ich stehe nicht in der
situation, die narben unter besonderer kleidung verbergen
zu müssen. das meiste ist im bereich der schultern und die
sind ja durch t-shirts ohnehin bedeckt. die narben an den
beinen sieht man auch kaum weil die von den stiefeln
bedeckt werden die ich trage. (und natürlich trage ich auch
eine hose *g*) ich wurde also, außer von therapeuten, nie
IRL auf die wundmale angesprochen. und eigentlich ist es
mir egal. ich schäme mich ja auch nicht für meine brille
oder plombierte zähne die man sehen kann wenn ich lache und
sollte sich irgendwer an meinen narben hochziehen wollen,
kann ich das ohnehin nicht ändern.

die berührungsängste der anderen ( mitarbeiter,
bekannte) scheinen groß zu sein. wenn ein gespräch sich um
das thema psycho... dreht und ich erwähne, das ich mal in
einer klink war, erstirbt das gespräch oder das thema wird
gewechselt. ich denke das in vielen köpfen noch das bild
der psychiatrie von vor 50 jahren herumgeistert inklusive
insulin- und elektroschocks usw. sowas wie in „Freitag der
13.“ oder in „Nightmare on Elmstreet“.
wenn jemand jemals fragen stellen sollte, würde ich
durchaus antworten geben oder eben sagen, daß das
denjenigen nichts angeht. ich spüre den drang mich zu
offenbaren überhaupt nicht. schließlich ist es
mein „privatvergnügen“.

gestern habe ich eine hose gekürzt weil es mir einfach
zu warm war und meine gefährtin antwortete auf meine frage,
ob ich die hose auch in der stadt tragen können ( ich kann
nur schwer einschätzen, ob ich einem bestimmten aufzug
lächerlich aussehe oder nicht), ich solle die kurze hose
nicht in der statd tragen weil sie nicht auf meine narben
angesprochen werden wolle. mit sicherheit steckt ihre
angst, über meine wundmale auf ihre wundmale angesprochen
zu werden, dahinter. sie sagt, man dürfe die leute nicht
mit „diesem anblick konfrontieren“. aus rücksicht werde ich
wohl weiter normale hosen tagen und mich zu tode
schwitzen. ;-)

clean bin ich zwischendurch immermal wieder, bzw gibt es
immermal wieder rückfälle. das ist jedoch in ordnung. ich
verletze mich seit etwa 15 jahren und mit der zeit verlor
das verletzen seine dramatik. ich lernte, mit den impulsen
umzugehen und warte laaaaaaaaaaaaaaaange zeit, ob der drang
nicht doch von allein verschwindet. irgendwann verliere ich
die geduld und schneide oder brenne, jetzt bewußter und
kontrollierter als in den anfängen. ich sehe svv als eine,
wenngleich schockierend wirkende, möglichkeit, mit mich
überfordernden empfindungen um zugehen. ich weiß, daß es
andere möglichkeiten gibt und die nutze ich auch. ich habe
mich mit svv arrangiert.

zusammenfassend erkläre ich meine narben nicht. es gibt
keinen der fragen stellt. einmal habe ich einer bekannten
davon erzählt, es war als ich begann, mich zu verbrennen
und sie tratschte es weiter. das war unangenehm denn es
bedeutete einen kontrollverlust über meine worte und einen
vertrauensbruch. seitdem beantworte ich keine fragen mehr
über mich, die mir über dritte personen „zugestellt“
werden. (meine gefährtin sagte ihrer mutter einaml, das sie
sich verletze und die mutter farget, ob ich das ebenfalls
mache. meine gefährtin sagte, sie könne mich ruhig fragen.
sie fragte mich nicht. also erhielt sie keine antwort).
wenn einer was wissen will, soll er mir die frage
stellen weil letzlich ich der einzige bin, der über mich
verläßliche angaben machen kann. alles andere ist wie
dieses kinderspiel „Stille Post“, man weiß nie, was am ende
rauskommt. die familie weiß nichts von meinem svv. es ist
nicht nötig, das sie davon kenntnis haben. die
notwendigkeit ist vielleicht das wichtigste kriterium bei
der entscheidung, wen man davon in kenntnis setzt. für
meinen arbeitgeber ist es nicht wichtig, ich arbeite mit
narben so gut wie andere ohne. ich erfülle die
anforderungen. es ist also ohne belang. daß ich eine
ambulante therapie mache, wissen die, die es interessiert,
daß ich wieder in die klinik gehen will weiß mein chef weil
der die knete ( krankengeld ) abdrücken muß. weswegen ich
dorthin will, weiß er nicht weil es für ihn unwichtig ist.
und wie gesagt, spüre ich den drang nicht, mich zu outen.
vielleicht, wenn ich mitbekäme das andere an dem
arbeitsplatz das gleiche „problem“ haben, würde ich was
sagen um zu zeigen, das sie mit svv nicht allein sind denn
es ist wichtig, ein angebot zu haben, reden zu können,
gerade am anfang wenn man vor der klinge steht und nicht so
recht weiß, was man da mit sich anstellt und wieso man das
tut. es ist wichtig, sich nicht allein zu fühlen.


****************
nein, wie ich schon sagte, spüre ich den drang mich zu
offenbaren nicht. ich bin nicht mal sicher, das es mir
schlecht geht. ich halte mich für einen schauspieler ( ich
weiß, daß sowas in der traumaliteratur beschriebe steht).
willsagen, außer schlafstörungen und depris am morgen und
am mittag und abend habe ich nichts worüber ich jammern
könnte. ich weiß nicht m,al, was ich meiner therapeutin
erzählen soll. zwex symptomen und so. *achselzuck*
vermutlich sollte ich mch freuen, das es mir so gut geht.
doch dann sehe ich das blut an meinen armen udn das
erinnert mich daran, das irgendwas nicht stimmt. also krame
ich in meinem hirn nach irgendwas, das als ursache in
betracht käme und werde nicht fündig. überhaupt, solange
ich mich in der wohnung verkriechen kann, was ich immer tue
wenn ich nicht arbeiten muß, steht mir auch mein soziales
angstgefüge nicht im wege. es ist zum VERRÜCKT werden.
sozusagen.
*********
ich kann mich nicht erinnern, wann es angefangen hat
(das hängt mit der definition des selbstverletzenden
verhaltens zusammen beginnt es , wenn man pillen einwirft
oder beginnt es erst, wenn sichtbare spuren in der haut
zurückbleiben? solche fragen) . irgendwann habe ich meiner
oma das FAUSTAN (VALIUM) geklaut, irgendwann später habe
ich ein paar mal versucht, mich zu suizidieren. den ersten
schnitt setzte ich mir mit 16 oder 17, ich wollte mir den
arm tief aufschneiden um zu verbluten und traute mich dann
doch nicht, also wurde der schnitt nur lang ( den unterarm
rauf) und flach. getrunken habe ich viel und mir alle
pillen und substanzen zugeführt, derer ich habhaft werden
konnte. (war ‘ne wilde zeit damals, als ich noch jung und
knackig war, ;-) Rock’n Roll, baby *g*)

es beruhigt mich zu lesen, daß ich nicht der einzige
bin, der nur langsam zur ursache vordringt. ich weiß die
gründe, aus denen ich mich derzeit verletze. meistens ist
es irgendeine (emotionale) überlastung , also vermutlich so
ein angst-ding. der schnitt ist dann wie kaltes wasser, er
bringt mich auf einen normalen level zurück. weiter gibt es
situationen in denen ich mich zerstören will, buchstäblich,
dann benutze ein feuerzeug und ich könnte ewig
weiterbrennen, es fällt mir schwer, auzuhören. vielleicht
verbrennt meine haut ungewöhnlich schnell. in der zeit
eines augenzwinkerns sind die blasen verbrannt und die haut
bekommt schwarze flecken. den grund des zerstören wollens
kenne ich nicht. ich denke jedoch, daß die art, in der man
sich willentlich verletzt, irgendeine aussage hat und
rückschlüsse zuläßt. vermutlich läßt sich auch aus der
lokalisation der wunden eine aussage auf die ursache
ableiten. und ich denke, daß durch svv tatsächlich eine art
sucht entsteht, bedingt durch die auschüttungen
irgendwelcher drüsen. so ähnlich wie bei extremsportlern
die dann ein high bekommen wenn sie ihren körper genügend
geschunden haben. adrenalinkick oder wie das heißt ( ich
bin nicht sportlich genug um das zu wissen. *sich asche
auf‘s haupt streut*)

in einer klinik war ich im märz gewesen. sechs wochen
lang. als die fünfte woche ihrem ende entgegenging hatte
ich begriffen, wie die therapeuten sich vorstellten, das
die therapie funktionieren soll. zu spät. jetzt habe ich
was ambulantes aufgetan. ich strebe an, im nächsten jahr
wieder in diese klinik zu gehen denn die zeit dort hat mir
gut getan, wenn sie auch nicht soviel bewirkt hat. alles
nicht so einfach. ich habe das gefühl, als würde bei mir
noch irgendein groschen ( oder auch eurocent) hängen der
darauf wartet das ich ihn anstupse, damit er endlich fallen
kann. irgendwas dräut da im hintergrund meines schädels.
leider ist das ziel in therapien, daß man sich mit
gefühlen und emotionen auseinandersetzt. das ist ziemlich
ekelig und bedrohlich und ich will das nicht.

interessant war , daß du geschrieben hast, andere würden
sagen, du seiest immer so fürsorglich anderen menschen
gegenüber. da kommt mir die frage hoch, weshalb du anderen
gegenüber fürsorglich bist. die könnten dir doch
gleichgültig sein. zwischen aggression und fürsorge liegt
das land der gleichgültigkeit...

nochmal zum outing. ich muß zum betriebsarzt gehen. das
ist vorschrift. regelmäßig alle drei jahre. du siehst,
manchmal kann man die hände in den schoß legen und die
ereignisse zu sich kommen lassen, man muß nicht unbedingt
zu ihnen gehen. ;-) dazu zitiere ich einen menschen, den
ich in besagter klinik traf, er hatte mächtige narben an
den unterarmen, die er nicht verbarg. er sagte „ wenn einer
sich daran hochziehen will, muß er das eben machen.“ recht
hat er.
***********


ich sehe ein, daß es wichtig ist, sich mit gefühlen
auseinanderzusetzen. um die geht es schlußendlich, die sind
verletzt worden und die sind es, die den svv’ler ohnmächtig
machen. bzw ihn zu so ineffektiven merthoden wie dem svv
greifen lassen. schnelle enstpannung und hinterher die
probleme mit den narben. meine Th sagte mir ( gefühlvoll
würde ich sagen „drohte mir an“, aber ich versuche,
rational zu sein *g*) bereits : „hier ist raum zum weinen
und sich-fallen-lassen.“ und ich dachte „geh weg! geh weg!“.
allein das soziale umfeld verlangt, verständnis für die
in gesprächen neben der reinen information immer
mitgelieferten emotionalen botschaft zu haben. die
regenbogenmenschen sind einfach unfähig, ausschließlich auf
die information zu reagieren, sie werten immer auch die
art, in der ein satz, ein wort gesprochen wird. entsetzlich
ist das. leider wird die welt sich nicht ändern nur weil
ich mit solchem kram nur ( in den augen „der welt“)
ungenügend umgehen kann. also beibt mir nur, mich zu
erschießen oder zu lernen, wie die (gefühls-) welt
funktioniert. ich bin durchaus fähig, sie zu imitieren. für
meine tätigkeit ( altenheim) ist das sehr sinnvoll denn ein
verwirrter mensch nimmt eine gegebene information kaum noch
auf, er bekommt nur mit, ob sie in freundlichem oder
unfreundlichem ton gegeben wird. einen neutralen tonfall
versteht er nicht.

in der klinik ( abteilung psychodrama [und es ist so
schrecklich wie es sich anhört wenn man es laut liest] )
streute die therapeutin wie nebenbei ein, daß es auch
langzeittherapiegruppen gebe, die dauern 6 monate. das ließ
mich beinahe die bodenhaftung verlieren. das ist eine zu
lange zeit für mich. die sechs wochen waren schon
laaaaaaaaaaaaaaaaaaang. und ich glaube, man darf den
hospitalisierenden effekt eines klinikaufenthaltes nicht
unterschätzen. ich befürchtete, meine selbständigkeit zu
verlieren. auf der heimfahrt deutete sich sowas, wenngleich
ganz zart, so doch immerhin, schon an. ich war überfordert
damit, im zug zu sitzen und allein die lautstärke des
lebens auf den bahnhöfen zu ertragen. wir einigten uns
dann auf eine intervalltherapie, also immer mal wieder für
6 wochen in die klinik. (was ich nicht nachvollziehen kann,
denn ich mag zwar das eine und das andere symptom zeigen,
doch ich l-e-i-d-e nicht in dem maße als das ich etwas so
intensives wie wiederholte therapien als notwendig ansehen
würde. ich nehme meine pillen (TAXILAN 25 mg/die und TAVOR
für’n notfall aber meistens spüle ich die mit leckerem
rotwein runter oder benutze sie quasi als ersatz für’s
schneiden ) und damit geht es ganz gut. ich bekomme alles
was du als „einen rahmen den ich einhalten muß“
bezeichnest, auf die reihe. ich bin mit meinen macken so
gut wie andere es ohne macken sind. der mensch ist viel
strapazierfähiger als man gemeinhin annimmt.

eine meiner befürchtungen ist, die TH’s in irgendeiner
weise manipulieren zu können. (nicht, das ich das wollen
würde, das passiert einfach als würde ein automatismus
ablaufen. vielleicht gibt es einen schalter in meinem hirn
der durch ich-weiß-nicht-was ausgelöst wird ) ich hoffe
immer, der Th erkennt das und läßt sich darauf nicht ein.
ich hoffe, das er in der lage ist, mich zu durchschauen und
mich deshalb auf die richtige, sprich effiziente, bahn zu
zwingen.

ist das versorgen von wunden, früher habe ich sie
ausbluten lassen und beim duschen mal , weil ich gerade
dabei war, mit ausgewaschen, heute desinfiziere ich sie und
gestatte meiner gefährtin, sie mit BEPANTHEN zu
bestreichen, was an sich lächerlich ist aber für mich einen
riesigen fortschritt darstellt, nicht schon selbstfürsorge?
wohlgemerkt sorge ich für die versorgung der wunden, weil
meiner gefährtin das wichtig ist. ich halte mich nicht für
so wochtig, irgendwie fehlt mir der bezug zu diesem fleisch
und zu mir, was immer das auch sein soll, diese ICH.

„auf der einen seite hoffe ich, dass die fürsorge, die
ich weitergebe auch mal zu mir zurückkommt. - leider
geschieht es nicht unbedingt oft.“
ist es möglich, das du anderen geben willst, was dir
vorenthalten wurde als du es am dringensten benötigt hast?
um dasselbe dann zurückzubekommen? (sozialer beruf?)

ich träume nicht. (bzw sie bleiben nicht in meiner
erinnerung) schlaf ist etwas schönes, besonders am samstag
wenn es am sonntag frische brötchen gibt, lecker kaffee und
so sachen. aber ! natürlcih ist die welt schlecht und ich
muß morgen zur arbeit gehen und schon ist’s nicht nur essig
mit dem sonntagsfrühstück , nein, es bleibt die
enttäuschung darüber, diese freude entbehren zu müssen,
zurück. jedereude die man versäumt ist eine enttäuschung
denn glück ist eine kontrasterfahrung. gelle?!.

„wenn ich an mein posting von gestern im trigger-forum
denke. ich glaube, so langsam geht es.“
das freut mich. bilder sind bilder, sie sind nicht
tödlich. das mag man bedauern oder auch nicht. sie sind wie
wegweiser und eigentlich sollte man dem eigenen unbewußten
dankbar sein für diese informationen. wenn man den TH’s
glauben schenken will, dann mutet das unbewußte seinem
träger nur soviel zu, wie der vertragen kann. nun, in der
theorie klingt das jedoch viel netter als es sich praktisch
anfühlt. dies bilder erfordern viel vertaruen zur eigenen
psyche, mithin erfordern sie also selbstvertrauen. und wer
hat das schon immer. ;-)
sorry wenn ich dich zulabere, ich habe so einen
rededrang heute und eigentlich hatte ich mich schon vor
langer zeit, ein jahr ?, zwei jahre? aus diesem forum
verabschiedet und nur selten noch mitgelesen, geschweige,
das ich was geschrieben hätte. *achselzuckt* vielleict
liest jemand von denen, die damals hier aktiv waren mit,
denen gelten meine grüße und dir wünsche ich eine angenehme
ruhe.
*************

zu einer olympiade habe ich mich bislang nicht
angemeldet. sollte mir deine diesbezügliche frage zu denken
geben? wie kommst du darauf, daß ich weglaufe? und wovor
laufe ich weg? es gibt menschen, die, wenn sie BAMBI sehen,
in tränen ausbrechen und dann gibt es menschen wie mich,
die so verdammt stahlhart sind, das sie denselben film
sehen können ohne zu heulen. ist das weglaufen? gefühle zu
zeigen mag in romantischen augenblicken angebracht und
schön sein. im richtigen leben, dort, wo konkrete, quasi
mit dem rechenschieber darstellbare probleme auftauchen,
stehen gefühle im weg und behindern das klare denken.
in gewissem maße vermeidet jeder die auseinandersetzung
mit den eigenen gefühlen. sie sind oftmals zu bedrohlich.
ich vermeide *outet sich*, darum habe ich diesen deprikram
am hals. und weil ich gehemmt bin darin, meine aggressionen
nach außen zu richten, sehen meine arme wie ein gepflügter
acker aus.
ich spüre meine gefühle sehr wohl. und ich integriere
sie soweit das vernünftig ist. es nützt keinem,
unvernünftig zu reagieren. was nicht heißt, daß ich auf
spaß verzichte.

meine arbeit bekomme ich geregelt, ich leiste mehr, als
nur das „satt, sauber, trocken“. schon allein weil es die
arbeit erschwert, wenn die pflegekraft ihre arbeit
ausschließlich dem genannten prinzip unterstellt. die
bewohner werden dann nämlich unzufrieden. unzufriedene
menschen erhöhen den arbeitsaufwand beträchtlich. das
wiederum ist nicht sinnvoll. ich nehme mir die zeit einfach
die die leute brauchen. die anderen pflegekräfte müssen
dann eben etwas mehr arbeiten. in der pflege ist eine
menschenwürdige pflege aller pflegebedürftigen eigentlich
nicht zu bezahlen. man muß sich in jungen jahren gedanken
darum machen, ob man als pflegefall enden will. wenn ich
die leute sehe, durch die d.land in den WK II getrieben
wurde, von denen d.land dann wieder aufgebaut worden ist
und die dann jetzt ihren lebensabend in die windel
scheißend als pflegefall verbringen, dann kommt mir das
kalte grausen. am schlimmsten ist in meinen augen der
verlust von selbstbestimmung und würde. alte menschen haben
viel wissen und reiche erfahrung und das alles ist
vergebens gesammelt worden... nee, das ist nicht schön.
auch nicht erstrebenswert. man muß die sterbehilfe
liberalisieren. es ist einfach ein menschenrecht, dann
sterben zu dürfen, wenn man es für richtig hält. doch das
ist ein zu weites feld.
den beruf hatte ich mir so nicht vorgestellt. er liegt
mir nicht mal sonderlich. seit jahren schon sage ich, daß
ich einen anderen beruf brauche, aber wie das so ist,
kriege ich meinen arsch nicht hoch. sella wie ( ist
aus „französisch für jedermann“ ;-) ich bin durch den
zivildienst hineingerutscht. den habe ich in einer
psychiatrie geleistet (akutpsychiatrie und
gerontopsychiatrie). um nicht arbeitslos zu sein, habe ich
krankenpfleger gelernt, bin durch die prüfungen gefallen
und landete im altenheim. (kinder macht das nicht zu hause
nach!)

nein. meiner TH habe ich von meinen befürchtungen nichts
gesagt, ich hatte erst zwei stunden und saß bislang eher
stammelnd vor ihr. ich habe mir fest vorgenommen, ihr
davon zu berichten. meine überlegungen gingen sogar so
weit, ihr die url meines tagebuches zu geben. (mach ich
aber nicht. vielleicht drucke ich teile davon aus und gebe
sie ihr mal zu lesen.) ich schreibe die dinge, die ich ihr
sagen will, auf ein blatt papier damit ich sie nicht
vergesse. und wenn ich dran denke, lese ich der TH das
paier dann vor. oder ich vergesse, auf das blatt zu sehen.
es ist ein elend ;-)

nähe. definiere „nähe“. ich habe die leute lieber auf
abstand zu mir. das sieht so aus, das ich außer zu den
mitarbeitern des hauses, kaum kontakte „nach draußen“ habe
(ich würde nie für sie kochen oder sowas, trotzdem gibt es
ein paar, die mich für ihren freund halten. ja, sie
benutzen tatsächlich diese vokabel.)
ich mag es nicht, wenn mir jemand zu dicht auf den pelz
rückt. beim anstehen an einer kasse im supermarkt oder so
halte ich einen vergrößerten abstand zum vordermann ein
damit ich wenigstens die illusion von genügend raum habe
wenn der hintermann mal wieder zu dicht auffährt und sein
einkaufswagen dezent meine fersen touchiert. dazu kommt
meine kleine soziophobische neigung. auch hier ist es ein
elend. einmal wollten meine gefährtin und ich essen gehen.
asiatisch, sehr lecker. ich war ledier icht in der lage das
restaurant zu betreten weil zuviele menschen drin saßen.
das hat mich verärgert. ( achtung ! dies war eine
emotionale äußerung!) der asiate ist nämlich wirklich
lecker, es ist mein lieblingsrestaurant hier. ich hatte die
option, ATOSIL zu nehmen ( das hatte ich damals statt des
TAVOR’s bekommen). aber hast du mal versucht, ein essen zu
genießen wenn du völlig breit bist? siehste. es geht mir so
auf die nerven, entweder situationen zu vermeiden oder sie
durchzustehen und mich dabei schlecht zu fühlen. ich würde
mich gern mal „normal“ fühlen. „befreit“ ist der vieleicht
passendere ausdruck. genug gelabert, du kennst das
schließlich selbst, nehme ich an.
*******
ich erinnere nur , daß ich große angst hatte. fast immer.

das thema „gefühle“ scheint dich sehr zu bewegen.
ich habe angefangen, bilder zu malen. eigentlich drückte
ich meine gefühle schon immer aus, nur eben nicht in tränen
oder gebrüll. ich benutze musik die ich mir anhöre oder
filme, die ich mir ansehe. eine auswahl meines
gefühlsspektrums anhand musikalischer beispiele : CRADLE OF
FILTH; NICK CAVE; DEAD CAN DANCE; ELEND; OBITUARY; TYPE O
NEGATIVE;GOETHES ERBEN
anhand von filmen: FALLING DOWN; THE CUBE; SLEEPY
HOLLOW; NGHTMARE BEFORE CHRISTMAS; ODYSSEE IM WELTRAUM;
POWDER

die kindheit mag ich oder kann ich nicht ausführlich
erinnern. vermutlich würde ich wenn ich graben und wühlen
würde, das eine oder andere finden. allein der gedanke an
das wühlen und graben löst unbehagen aus. vielleicht bilde
ich mir auch das nur ein. sei es wie es sein will, ich muß
morgen fit sein, weswegen ich mir ausflüge in solche
unbehaglichen gefilde nicht leisten kann. zudem kämpfe ich
augenblicklich wieder gegen das schneiden an, die aktion
vor zwei oder drei tagen hatte nicht den gewünschten
erfolg. es ist immer zu wenig, nicht tief, nicht blutig,
nicht zerstörerisch genug. meine gefährtin sieht es nicht
gern, wenn ich brenne, sie sagt, das sei „so zerstörerisch,
so gewalttätig“. das hält mich augenblicklich davon ab. das
und die aussicht auf ein schlechtes gewissen wenn ich’s
doch täte. vielleicht sollte ich mir einen finger brechen.
in schwachen stunden zweifle ich daran, das es jemals
besser wird. nicht das verletzen ist das problem, sondern
das fühlen davor und manchmal auch das fühlen danach.

was das lebensrecht angeht, niemand hat ein recht auf
mein leben außer mir, niemand darf mich berühren, es sei
denn, ich gestatte es. niemand hat ein recht auf mich als
person oder auf mich als fleisch. immer nur ich, ich ich.
*******


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