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2002-07-19 22:14:17 (UTC)

rotwein nach erstgespräch

Das Erstgespräch hat mich verunsichert. Immer wenn ich
mich verunsichert fühle, drängt es mich, zu schneiden. Das
ist ein Fortschritt denn nach einem der Gespräche mit
psydoc wäre ich beinahe vor ein Auto gesprungen. Ich konnte
den Impuls gerade noch kontrollieren und fragte mich
hinterher, ob ich nun vollends bescheuert sei, mich vor
einen VW POLO werfen zu wollen, im Stadtverkehr, hinter
einer Kurve, vor einem Krankenhaus. Das wäre so effektiv
gewesen wie mich von der Teppichkante zu
stürzen.Stattdessen trinke ich Rotwein. Und weil ich
mir heute ausnahmsweise nichts wert bin, habe ich eine
Flasche bei PLUS gekauft, nachdem ich meine Angstzustände
vor dem Gang in die Stadt mit zwei unruhigen Stunden
Nachmittagsschlaf in den Griff bekommen hatte.Seitdem
denke ich zwischendurch immer mal daran, die Zigarette
statt im Aschenbecher auf meinem Arm auszudrücken. Damit
die Aufregung sich legt, damit ich ruhiger werde, damit ich
wieder zu mir komme. Das ist wohl auch der wichtigste Grund
für mich, mir Verletzungen beizubringen : mich „normal“ zu
fühlen. Weder die Ängste zu spüren, noch die Unsicherheit,
den Zorn auf Alles und Jeden, die Unruhe, die
Minderwertigkeit, den Unwert, die Unterlegenheit,
Schwachheit ... letztlich die Kopflosigkeit in ihrer
metaphorischen Bedeutung.Ich trinke Rotwein und
schreibe mich in den Rausch. Vielleicht nehme ich später
noch ein paar Bennies dazu denn das Zittern will mich nicht
verlassen.Und dann gab es da noch die Frage, ob ich
glaube, meine Beziehung sei gefährdet, es würde so klingen,
als sei meine Beziehung gefährdet.Ja.Nein.Ich
weiß es nicht, ich habe keine Antenne für so’n
Gefühlsscheiß.Ich weiß es nicht, oder ich habe es nicht
mitgekriegt. Vielleicht steht die Welt in Flammen.Ich
sitze doch bloß hier, Rotwein trinkend und später
vielleicht ein paar Bennies einwerfend. Und ginge meine
Welt unter, wären es ein paar Bennies mehr. Um das
hereinbrechende Chaos zu töten, den Träger des Chaos. Mich.

Einsamkeit
Aus Licht gemacht
Im Schwarz verlor ich mich aus dem Leben
Wollte das Licht nicht,
wollte das Dunkel nicht. Ich wollte den Wechsel weil ich in
keinem allein existieren konnte.
Zu sterben ist unausweichlich
für mich.
Zu leben
für Dich.
ich will Dich nicht vermissen