/me

2002-06-22 10:38:03 (UTC)

kein titel

musik : NIRVANA

heute morgen wachte ich verspätet auf. der wecker hatte
nicht geklingelt oder ich habe es überhört weil ich zu
verpennt war wegen den pillen. wer weiß. als ich vom
waschsalon nach nach hause ging, kam ich an einem
polizeiwagen vorbei. seine türen standen offen. ich sah
hinein und sah die waffen an den gürteln der bullen. mich
überfiel der impuls, in den wagen zu springen und der
polizistin die waffe zu klauen und mich zu erschießen.
infantiler blödsinn in meinem nutzlosen hirn.
meine gefährtin geht heute zu einer feier, vielleicht dann.
vielleicht reicht die zeit bis zu ihrer rückkehr aus um es
zu schaffen. ich habe noch immer die betablocker und die
psychopharmaka.

ich laufe neben allem her, bin zugegen aber nicht
beteiligt. der sicherungsmodus hat das funktionieren
sichergestellt. alles wird immer fraglicher, nicht im kopf,
nein, im fühlen. ich empfinde die sinnlosigkeit und
absurdität des lebens. die müdigkeit des herumschleppens
und des verbergens. ich will es nicht erklären. deshalb
verberge ich es und deshalb ist der sicherungsmodus
angesprungen. die gewährleistung der grundfunktionen stellt
das funktionieren nach außen hin sicher. als lebte ich zwei
leben, als liefe im hintergrund ein völlig anderes
programm. ich weiß nicht, wie sehr das nach außen auffällt.
ich nehme an, meine gefährtin bemerkt es und sagt nichts
weil ich sowieso nicht darüber reden würde. und so wirst
du, mein leser, das ende dieses tagebuches miterleben.
somit bist du einer der wenigen der das kleine ende eines
sinnlosen lebens mitbekommt das sich niemals gewollt hat.
es ist nichts großes geschehen. der kleinkram hat mich
mürbe gemacht. ein suizid erfordert keine großen auslöser,
er geschieht einfach. er fällt vom himmel wie regen, er ist
etwas ganz gewöhnliches.

*** ***