/me

2002-02-28 13:10:19 (UTC)

Das Haus das Verrückte macht.

ich müßte in die stadt gehen, hatte mir das vorgenommen.
irgendwas hält mich zurück.

nachdem ich versuchte hatte, die bürokratischen
aufgeblasenheiten telephonisch zu regeln, und ewig warten
mußte, bis jemand sich ans andere ende der leitung bemühte,
die bürokratischen hirnwichsereien schlußendlich doch nicht
fernmündlich regeln konnte, war ich so aufgebracht und
wütend, das es mich regelrecht in die stadt t-r-i-e-b, wo
ich dann feststellte, das der bedienplatz zu welchem ich
von der freundlichen informationsfrau meiner krankenkasse
geschickt worden war, offensichtlich (nicht für sie
offensichtlich denn es befindet sich ein wandschirm
zwischen der information und dem bedienplatz siebzehn)
nicht besetzt gewesen ist, fragte ich nach und wurde zum
bedienplatz achtzehn geschickt. die frau am bedienplatz
achtzehn sagte mir, ich könne mich auch an die bedienplätze
dreiundzwanzig bzw. vierundzwanzig wenden. (sie hatte
gerade einen kunden in bearbeitung)

ich wählte den bedienplatz dreiundzwanzig weil die
krankenkassenservicekraft hinter diesem tresen wie eine in
die jahre gekommene lesbe ( also ganz sympathisch) aussah.

ich sprach zu ihr von meinem anliegen das sie mit einem
ebenso kurzen wie ehrlichen „das weiß ich nicht“
beantwortete.
ich schlurfte unter den blicken der anderen kunden über
die blaue auslegware zurück zum informationsschalter, wo
mir gesagt wurde, ich könne mich auch an die plätze
einundzwanzig, zweiundzwanzig oder einundzwanzig (a)
wenden. den bedienplatz einundzwanzig (a) suchte ich
vergebens, vielleicht liegt der auch eine etage obendrüber
oder im keller ( das weiß man in solch picassoartigen
bauten nicht ganz genau). am schalter einundzwanzig
erzählte ich wieder meine geschichte, die nette
servicekraft gab sich mühe, wir diskutieten das problem bis
sie zu der entscheidung sich durchrang, die frau [name] zu
fragen, die kenne sich besser damit aus. die frau [name]
kannte sich auch tatsächlich damit aus und ich weiß nun,
wie ich mit desem einen papier ( der
entgeltfortzahlungsbescheinigung) zu verfahren habe. im
gegensatz zu dem serviecemitarbeiter meines
rentenversicherungsträgers, der mir nämlich das genaue
gegenteil von dem erzählte, was die frau [name] für
angebracht und richtig hält.

danach ging ich zu meiner erbauung in vier verschiedene
buchhandlunegn, um bücher von E:M: CIORAN zu kaufen. nein,
die sind nicht vorrätig, und mit dem bestellen sieht es
schlecht aus, die werden nicht mehr aufgelegt. in der
vierten buchhandlung, die mir die sympathischste ist weil
man darin noch mit muse stöbern kann und weil es darin
ruhig ist, bestellte ich dann nach einem informativen und
begeisterten gespräch, drei bücher. einem der beiden
verkäufer scheint CIORAN gut gefallen zu haben, er wagte
eine kurze einführung in die weltsicht
dieses „fatalistischen und sehr schwarzen“ philosophen. (
mit aller fatalistische begeisterung der er fähig ist.)

auf dem weg nach hause, an einer art park vorbei, der der
hiesiege schwulentreffpunkt ist was sich anhand der i
gebüsch liegenden kondome und papiertaschentücher wohl
belegen ließe, sah und hörte eine gruppe von drei
schulmädchen die in eine lauten singsang skandierten „der
nico hat gepinkelt! der nico hat gepinkelt!“ . das war
witzig. ich sah viele penner ( was nicht wertend ist) ,
mehrere sehr dürre mädchen ( wer mag schon dürre mädchen?!)
und ein paar sehr bunt angezogene, alternativ wirkende
frauen mitsamt antiautoritär erzogenen, plärrenden
kleinkindern.

ich kaufte E:A: POE „Der Rabe“, zweisprachig, denn es wurmt
mich schon seit jahren, das dieses gedicht in keinem meiner
bücher enthalten ist.