/me

2002-02-22 23:22:34 (UTC)

wechselhafter tag.

obschon ich ein paar einträge geschrieben habe, gibt es
eigentlich nichts zu sagen. und nicht mal das ist neu.
was soll das denn sein, von einem problem zu dem nächsten
problem laufen um am ende als sterbeanzeige in der zeitung
zu stehen? und ich abe genug von den ewigen Warum’s und der
frage, ob es nicht doch anders geht. sicher geht es anders,
doch es geht nicht gut. alles ist pflaster und betäubung
und den krebs löscht es nicht aus. du kommst mit etwas
nicht klar? geh zum therapeuten.

war duschen. ich hatte eine frische klinge in das skalpell
geklemmt und das skalpell mitgenommen. schließlich würde
auch das schneiden nichts nützen, also ließ ich es sein.
die klinge hat außerdem die falsche form. sie ist vorn
spitz, was sich eher für stichinzisionen eignet. eine
klinge die vorn gerundet ist, schneidet leichter in’s
gewebe und sie kratzt nicht wie die spitze es tut.

sprachlos zu sein ist der schlimmste zustand, nicht zu
wissen, wie man sagen kann, was man empfindet, nicht zu
wissen, was man empfindet.
ich erwische mich wieder wie ich vor mich hin starre,
dazwischen blitzen gedanken auf an blutige verletzungen, an
das schneiden als tätigkeit. ich habe doch noch platz an
der re. schulter. ich müßte nur weiter hinten ansetzen. der
schwindel setzt wieder ein und die tastatur rutscht in die
ferne, meine hände gehören immer weniger mir und ich sehe
zu, wie die finger auf die tasten treffen. und es geht weg,
kehrt zurück, geht weg.
ich freue mich nicht darüber, wenn ich das ausgehalten habe
ohne mich zu verletzen. denn es ist unerheblich, ob ich
mich verletze oder nicht. es ist nichts dabei. ich weiß,
daß ein schnitt nicht intensiv genug wäre. ich würde
halbhungrig zurückbleiben.

beim abwaschen waren natürlich auch messer dabei. der
anblick eines scharfen messers ist ein auslösereiz. ich gab
ihm nicht nach. das freut mich nicht, das macht mich nicht
traurig, vielleicht ein bißchen. ich mag tage wie diesen
nicht, wenn es hin und hergeht, nichts richtig zum zuge
kommt. das ist dann als seien alle jahre in einem tag
komprimiert. ich bin gespannt darauf zu erfahren, was in
der klinik alles in mir geschieht. ob die dort wohl
einen „Therapievertrag“ haben? ob ich mich dort selbst um
meine wunden kümmern darf? irgendjemand, ein kontakt,
wünschte mir, das ich die aufmerksamkeit usw. des
klinikpersonales zulassen können werde. das wird in der tat
schwierig sein, ich werde das als aufdringlich empfinden.

ich habe keine ahnung, was mich heute in diese
stimmungswechsel versetzte, die vielleicht noch nicht
ausgestanden sind.